Ein Tag im Atelier, an dem nichts entsteht – und warum er wichtig ist
Nicht jeder kreative Tag bringt ein Ergebnis hervor. Dieser Beitrag erzählt, warum Leere, Stillstand und das bewusste Nicht-Tun essenzielle Bestandteile eines ehrlichen Designprozesses sind – und wie aus dieser Ruhe Möbel und Handtaschen entstehen, die Klarheit und Tiefe tragen.
2/20/20262 min read
Es gibt Tage im Atelier, an denen nichts passiert. Keine Skizze, die bleibt. Kein Entwurf, der sich richtig anfühlt. Die Materialien liegen da, als würden sie schweigen. Früher habe ich diese Tage gefürchtet. Heute weiß ich: Sie sind unverzichtbar.
Wir leben in einer Kultur des Produzierens. Etwas vorzuweisen gilt als Beweis von Sinn. Doch Kreativität folgt keiner linearen Logik. Sie lässt sich nicht erzwingen. Ein Tag, an dem nichts entsteht, ist kein verlorener Tag – er ist ein Raum. Ein Innehalten, das Tiefe schafft.
Leere ist nicht Abwesenheit, sondern Vorbereitung. Wenn nichts entsteht, sortiert sich etwas im Inneren. Gedanken lösen sich, Erwartungen fallen ab. In diesem Stillstand beginnt ein feiner Prozess: Wahrnehmung wird sensibler. Geräusche werden lauter. Licht verändert die Bedeutung. Der eigene Atem rückt in den Fokus. Das Außen tritt zurück, damit das Innere sprechen kann.
Das kreative Nicht-Tun ist kein Passivsein. Es ist ein aktives Zulassen. Ich sitze und betrachte - Ohne Ziel. Ohne Funktion. Und genau darin liegt die Qualität.
Philosophisch betrachtet ist Stillstand ein Akt des Vertrauens. Vertrauen darauf, dass etwas entsteht, ohne dass man es kontrolliert. Dass Ideen reifen, auch wenn sie noch unsichtbar bleiben. Design beginnt oft nicht mit einer Entscheidung, sondern mit dem Mut, keine zu treffen.
Diese Tage verändern meine Arbeit nachhaltig. Die späteren Entwürfe tragen mehr Ruhe. Mehr Klarheit. Weniger Erklärung. Möbel und Handtaschen, die aus dieser Leere heraus entstehen, sind nicht laut. Sie drängen sich nicht auf. Sie wissen, wann sie zurücktreten dürfen – und genau dadurch wirken sie.
Vielleicht brauchen wir mehr Räume, in denen nichts entstehen muss. Mehr Momente, in denen Stillstand erlaubt ist. Nicht als Mangel, sondern als Teil des Prozesses. Denn Kreativität ist kein permanenter Fluss. Sie ist ein Wechselspiel aus Bewegung und Ruhe.
Ein Tag im Atelier, an dem nichts entsteht, erinnert mich daran, warum ich entwerfe: nicht um zu füllen, sondern um Wesentliches sichtbar werden zu lassen. Und manchmal braucht es genau dafür – nichts.
Entdecke Taschen, die aus Ruhe entstanden sind
Meine Handtaschen entstehen nicht aus Eile, sondern aus Aufmerksamkeit. Aus Tagen des Beobachtens, Wartens, Nicht-Tuns.✨
👉Erlebe Designs, die nicht antreiben, sondern begleiten.
NOT JUST STYLE. A STATEMENT.
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