Das unsichtbare Moodboard

In diesem Beitrag geht es um Inspiration jenseits von Bildern: Reisen, Gespräche, Gerüche und Beobachtungen als unsichtbares Moodboard. Subtile Eindrücke formen die Grundlage für Designs, die nicht laut sind, sondern spürbar – Möbel und Handtaschen als Träger von Stimmung und Erinnerung.

2/6/20262 min read

Nicht jede Inspiration lässt sich festhalten. Manche entzieht sich dem Bild, dem Archiv, dem Screenshot. Und doch prägt sie meine Arbeit tiefer als alles Sichtbare. Mein wichtigstes Moodboard existiert nicht auf Papier und nicht auf dem Bildschirm. Es entsteht unterwegs, zwischen Momenten – leise, flüchtig, aber nachhaltig.

Reisen sind ein Teil davon. Nicht die Orte selbst, sondern ihre Zwischenräume. Das Licht am frühen Morgen in einem fremden Zimmer. Die Schwere der Luft kurz vor einem Sommerregen. Das Geräusch von Schritten auf Stein. Solche Eindrücke bleiben im Körper, nicht im Kopf. Sie setzen sich fest, ohne sich aufzudrängen. Später, beim Entwerfen, tauchen sie wieder auf – als Linie, als Rhythmus, als Stimmung.

Auch Gespräche gehören zu diesem unsichtbaren Archiv. Sätze, die hängen bleiben. Pausen, in denen mehr gesagt wird als in Worten. Die Art, wie jemand über etwas spricht, das ihm wichtig ist. Diese Begegnungen schärfen mein Gespür für Nähe, Distanz, Offenheit. Sie fließen in Designs ein, ohne dass man sie benennen könnte – und genau deshalb wirken sie.

Gerüche sind vielleicht die stärksten Auslöser. Holz, Leder, Staub, Meer. Sie umgehen den Verstand und sprechen direkt mit der Erinnerung. Ein bestimmter Duft kann eine ganze Atmosphäre heraufbeschwören. Wenn ich Materialien auswähle, vertraue ich oft genau diesem Gefühl: Erinnert mich etwas an Ruhe? An Schutz? An Bewegung? Das sind keine rationalen Entscheidungen, sondern intuitive Übersetzungen.

Beobachtungen im Alltag – eine Handbewegung, eine Haltung, ein Blick – sind ebenfalls Teil dieses Moodboards. Schönheit zeigt sich oft im Unbeabsichtigten. In Dingen, die nicht gestaltet sein wollen. Diese Formen sind ehrlich. Sie versuchen nicht zu gefallen. Sie sind einfach da. Und genau das macht sie so inspirierend.

Aus all diesen Eindrücken entstehen meine Designs. Möbel und Handtaschen tragen Spuren dieses Unsichtbaren in sich. Nicht als Zitat, sondern als Stimmung. Als etwas, das man nicht sofort erkennt, aber spürt. Vielleicht ist das der Grund, warum manche Objekte sich vertraut anfühlen, obwohl man ihnen zum ersten Mal begegnet.

Das unsichtbare Moodboard ist kein Sammeln, sondern ein Zulassen. Ein sensibles Wahrnehmen der Welt. Design beginnt für mich genau dort – nicht im Sehen, sondern im Spüren.

Entdecke Designs, die aus dem Unsichtbaren entstehen
Meine Kollektion übersetzt subtile Eindrücke in Form, Material und Farbe – Möbel und Handtaschen, getragen von Erinnerung und Gefühl.✨

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